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Das Telefax in der modernen Unternehmenskommunikation

09.06.2009 -- Obwohl ein stetig ansteigender Anteil der Geschäftskorrespondenz per E-Mail abgewickelt wird, hat das Telefax noch immer seinen festen Platz im Kommunikationsmix großer Unternehmen.

 

 

Dass Totgesagte länger leben, ist eine Binsenweisheit, die man guten Gewissens kaum noch erwähnen mag. Dennoch haben Binsenweisheiten die irritierende Eigenschaft, sich immer wieder zu bewahrheiten: Zwar ist es erst 35 Jahre her, dass mit dem „Fernkopierer 6000“ der Firma Infotec der Telefax-Standard G3 in Europa eingeführt wurde, doch seit gut zehn Jahren wird das Telefax totgesagt: Es gilt als ausgemacht, dass das „gute alte Fax“ zunehmend durch E-Mails verdrängt wird.

 

 

Verdrängung – nur gefühlt oder real?

 

Empirische Zahlen belegen einen Trend, der der „gefühlten Verdrängung“ des Faxes deutlich widerspricht. Allein im Jahr 2008 wurden über die verschiedenen Telefax-Dienste des Münchner Messaging-Spezialisten Retarus über 140 Millionen Telefax-Seiten verschickt. Tendenz: stark steigend – im laufenden Jahr dürften es über 200 Millionen Seiten werden.

Auch wenn ein immer größerer Teil der geschäftlichen Kommunikation mittlerweile tatsächlich per E-Mail abgewickelt wird, kann also von einer Verdrängung des Telefaxes kaum die Rede sein. Im Gegenteil: Im professionellen Kommunikationsmix spielt das Telefax eine klar definierte Rolle, die durch andere Kommunikationskanäle nicht oder nur unzureichend übernommen werden kann.

Dafür sind im Wesentlichen drei Gründe zu nennen:  Das Telefax erreicht auch Empfänger, die per E-Mail – wenn überhaupt – nur schwer zu erreichen sind. Telefaxe bieten zudem für viele Geschäftsvorgänge Rechtssicherheit, da es im Gegensatz zur E-Mail verbindliche Zustellmeldungen gibt und somit davon ausgegangen werden kann, dass die Nachricht erfolgreich übermittelt wurde. Last but not least laufen Telefaxe nicht Gefahr, von Spamfiltern aussortiert oder gar vernichtet zu werden.

 

 

Zielgruppen punktgenau erreichen

 

Bleiben wir zunächst beim ersten Grund für die bleibende Bedeutung des Telefax: Natürlich kann heute davon ausgegangen werden, dass die überwiegende Mehrzahl aller Haushalte und nahezu einhundert Prozent aller gewerblichen Betriebe über einen Internet-Anschluss verfügen und damit auch per E-Mail zu erreichen sind. Dies bedeutet aber entgegen landläufiger Meinung nicht, dass alle, die per E-Mail erreichbar sind, tatsächlich auch zum richtigen Zeitpunkt erreicht werden können.

Ein namhafter Hersteller von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln liefert dazu ein erstes interessantes Beispiel: Dieses Unternehmen belässt es nicht dabei, seine Produkte zu vertreiben, darüber hinaus will es der Kundschaft auch einen Zusatznutzen bieten, indem es ihnen regelmäßig mitteilt, wie diese Produkte optimal eingesetzt werden können. Da der optimale Einsatz von Düngemitteln stark von der aktuellen Witterung abhängt, müssen diese Hinweise zeitnah übermittelt werden und müssen den Kunden – hier den Landwirten – rechtzeitig erreichen. Da der Arbeitstag eines Landwirts bekanntlich früh beginnt und wohl kaum ein Bauer seine E-Mails durchsieht, ehe er morgens auf den Traktor steigt, ist das Fax hier das optimale Kommunikationsmedium: Das Schreiben liegt im Faxgerät, ehe der Tag beginnt, kann kurz überflogen werden und hat so seinen Zweck erfüllt.

Kaum anders ist das Anwendungsbeispiel der Schwarz Pharma-Gruppe gelagert. Der innovative Arzneimittel-Hersteller steht im regelmäßigen Kontakt mit rund 21.000 Apotheken und 160.000 Ärzten. Zwar schwingen sich diese Kunden nicht vor Tau und Tag auf den Traktor, doch verbringen sie ihre Arbeitstage nicht am PC, sondern vordringlich mit ihren Patienten und Kunden. Damit sind sie per E-Mail bestenfalls sporadisch zu erreichen. Ein Telefax dagegen liegt sofort auf und wird sofort gelesen. Also nutzt die Schwarz Pharma-Gruppe das Telefax für Marketing-Aktionen und verschickt jährlich über 250.000 Telefaxe mit Infobriefen, aktualisierten Beipackzetteln, Angeboten etc. an Ärzte und Apotheker.

 

 

Die nötige Rechtsverbindlichkeit

 

Der zweite Grund, weshalb das Telefax oftmals nach wie vor ohne Alternative ist, besteht – salopp gesagt – darin, dass man eine E-Mail nur schwer abheften kann. Natürlich kann man auch eine E-Mail ausdrucken und abheften, doch selbst dann fehlt der E-Mail das Übertragungsprotokoll, das dem Fax eine rechtliche Verbindlichkeit gibt, die es schwer ersetzbar macht.

Dies beispielsweise ist der Grund, weshalb die Honda Motor Europe GmbH täglich über 1.000 Telefaxe an ihre Händler verschickt: Hier handelt es sich um Aviso-Mitteilungen, mit denen fällige Abbuchungen vom Konto des jeweiligen Händlers angekündigt werden. Es wäre den Händlern kaum zuzumuten, derartige Mitteilungen umständlich aus ihren E-Mail-Programmen auszudrucken. Hinzu kommt, dass die Honda Motor Europe GmbH nicht nur national, sondern regional aufgestellt ist und es in den verschiedenen Ländern, in denen die Honda-Händler ansässig sind, sehr unterschiedliche Ansichten und Rechtsvorschriften über die Rechtsverbindlichkeit von E-Mail-Korrespondenz bestehen. Telefaxe dagegen werden in allen Ländern anerkannt.

Auch der führende Hausgeräte-Hersteller BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH erledigt den Belegversand vorwiegend per Telefax. Das Unternehmen besteht aus rund 70 Gesellschaften mit 34.400 Mitarbeitern, die in 43 Fabriken in über 15 Länder verteilt Hausgeräte vom Eierkocher bis zum Hemdenbügler herstellen. In einem Unternehmen dieser Größenordnung ist ein direkter Datenaustausch – etwa über EDI – nur mit den wirklich großen Partnern sinnvoll und möglich. Mit dem Telefax dagegen lässt sich auch die kleinste Fertigungsstätte eines Lieferanten am anderen Ende der Welt schnell und zuverlässig erreichen.

Für die Grazer Andritz AG, ein global führendes Unternehmen im Anlagenbau, ist das Telefax ein integraler Bestandteil der Warenwirtschaft. Der reibungslose Ablauf der Produktionsabläufe wird über ein SAP ERP System gesteuert und sämtliche anfallenden Belege werden direkt aus dem ERP-System versendet – zwischen 750.000 und 1,2 Millionen Seiten pro Jahr.

 

 

Effizienter Einsatz durch Outsourcing

 

Ob als aktueller Wetterdienst für den Landwirt, als Dialog-Marketing Kanal in der Pharma-Industrie oder als Medium für den automatisierten Belegversand in Warenwirtschafts-Systemen: Das Telefax ist aus der modernen Unternehmenskommunikation nicht wegzudenken – und das dürfte sich auch auf absehbare Zeit nicht ändern.

Allerdings muss auch die Frage gestellt werden, wie sich der Faxversand – gerade in größeren Volumina – effizient gestalten lässt. Noch immer nämlich übersehen viele Unternehmen, dass eine eigene Telefax-Infrastruktur mit einigem Aufwand verbunden ist. Eigene Server müssen vorgehalten werden, diese bedürfen der passenden Software, müssen gewartet und aktualisiert werden und machen nicht zuletzt auch eine gewisse Leitungskapazität erforderlich, denn schließlich soll der Faxversand zeitnah erfolgen. Dies alles im eigenen Hause vorzuhalten, bindet Kapital und Personal, denn derartige Kosten fallen auch an, wenn keine Telefaxe verschickt werden.

Daher entscheiden sich immer mehr Firmen, den Faxversand an Spezialisten, also zum Beispiel an Faxprovider wie die retarus GmbH aus München, auszulagern. Kosten, die hier anfallen, werden transaktions-basiert, also Neudeutsch nach einem „Pay-per-Use“ Modell berechnet: Man zahlt nur für die Fax-Seiten, die auch tatsächlich gesendet wurden. Darüber hinaus werden keinerlei eigene Ressourcen gebunden, denn der Faxversand erfolgt über entsprechend standardisierte Schnittstellen, die von jedem System mit Internet-Anschluss angesprochen werden können.


Dieser Artikel kann auch in der Juni-Ausgabe des österreichischen Magazins Monitor nachgelesen werden.

 

 

 

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Autor: retarus GmbH

Internet: www.retarus.de

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