Allianz-Umfrage: Cyberzwischenfälle sind inzwischen das größte Geschäftsrisiko

Allianz-Umfrage: Cyberzwischenfälle sind inzwischen das größte Geschäftsrisiko

Die Allianz, genauer ihr Spezialversicherer Global Corporate & Specialty (AGCS), hat ihr Risk Barometer 2020 veröffentlicht. Für die Studie wurden mehr als 2700 Risiko-Management-Experten aus über 100 Ländern befragt.

Erstmals in der zum mittlerweile neunten Mal erhobenen Studie rangieren Cyber Incidents mit 39 Prozent der Nennungen als größtes Geschäftsrisiko für Unternehmen und verdrängen Betriebsunterbrechungen (37 Prozent) auf den zweiten Rang. Vor sieben Jahren lag das Cyberrisiko mit gerade mal sechs Prozent noch weit abgeschlagen auf Platz 15.

Zu den Cyberherausforderungen, mit denen sich eine wachsende Zahl von Unternehmen dieser Tage konfrontiert sieht, gehören größere und teurere Datenabgriffe und mehr Ransomware- sowie Business-Email-Compromise-Vorfälle („Spoofing“). Ein sogenannter „Mega Breach“ mit Abfluss mindestens einer Million Datensätze kostet inzwischen durchschnittlich 42 Millionen Dollar. Sind über 50 Mio. Datensätze betroffen, liegen die Kosten im Schnitt sogar bei 388 Millionen Dollar, ein Anstieg um elf Prozent gegenüber dem Vorjahr.

In puncto Ransomware konstatiert das neue Risk Barometer größere Schäden, weil die Angreifer zunehmend größere Unternehmen mit ausgefuchsteren Methoden angreifen und höhere Lösegelder zu erpressen versuchen. Auch wenn verstärkt die Fertigungsindustrie aufs Korn genommen werde, seien die Schäden bei Anwaltskanzleien, Beratern und Architekten am höchsten, für die IT-Systeme und Daten lebenswichtig sind.

Häufiger anzutreffen seien auch Spoofing-Attacken, bei denen die Angreifer mit Social Engineering und Phishing-E-Mails versuchten, Mitarbeiter zur Herausgabe von Zugangsdaten oder zu betrügerischen Transaktionen zu bringen. Die dadurch seit 2016 entstandenen Schäden beziffert die US-Bundespolizei FBI mit 26 Milliarden US-Dollar weltweit.

Vorbereitungsmaßnahmen und Training sind aus Sicht der Befragten die wirkungsvollsten Mittel zum Senken von Cyberrisiken. Ebenfalls von entscheidender Bedeutung: Business Resilience und Planung für die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs, die sogenannte Business Continuity. Antwortpläne in diesen Bereichen müssten indes getestet und regemäßig überprüft werden.

Den vollständigen 24-seitigen Studienbericht „Allianz Risk Barometer – Identifying the Major Business Risks for 2020“ können Interessierte gegen Registrierung kostenlos als PDF von der AGCS-Webseite herunterladen.

Tags: // //

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.