Cloud Washing oder Software-as-a-Service ist relativ

Cloud Washing oder Software-as-a-Service ist relativ

Auch wenn überall Cloud draufsteht, gibt es Software in Wirklichkeit nur selten as-a-Service. Das ist ein zentrales Ergebnis einer aktuellen Studie von PwC.

„Cloud washing (also spelled cloudwashing) is the purposeful and sometimes deceptive attempt by a vendor to rebrand an old product or service by associating the buzzword ‚cloud‘ with it“,

schrieb Margaret Rouse im August 2011. Seither ist noch jede Menge schmutzige Cloud-Wäsche gewaschen worden. Tatsache bleibt aber auch 2016, dass Software in den wenigsten Fällen wirklich im Delivery-Modell Cloud angeboten und bezogen wird.

PwC hat gerade seine Studie „PwC Global 100 Software Leaders“ veröffentlicht. Unter den Top Ten der Softwarehersteller nach Umsatz ist nur ein Unternehmen, nämlich Salesforce, das ausschließlich Software- und Platform-as-a-Service (SaaS, PaaS) anbietet. Addiert man bei den neun anderen Anbietern deren SaaS- und PaaS-Erlöse, dann machen die jeweils nur einen einstelligen Anteil ihrer gesamten Software-Einnahmen aus. Bei den drei größten – Microsoft, Oracle und IBM – sind es gerade einmal vier Prozent.

Der Cloud-Anteil am Umsatz ist noch sehr überschaubar

Das der Studie zugrundeliegende Zahlenmaterial stammt zwar schon von Ende 2014, wie „GeekWire“ in einer Zusammenfassung anmerkt. „Ich denke aber, dass die von uns identifizierten breiteren Trends bis heute anhalten“, kommentiert Raman Chitkara, Global Technology Industry Leader bei PwC.

Weitere Anbieter, denen PwC in der Studie noch eine nennenswerte SaaS- oder PaaS-Präsenz zubilligt, sind Intuit (46 Prozent), Adobe Systems (23 Prozent), Cisco Systems (35 Prozent), Citrix (27 Prozent) sowie quasi naturgemäß Google (85 Prozent). In den Top 50 gab es kein weiteres Unternehmen mit 100 Prozent SaaS- oder PaaS-Umsatz, einzig ADP kam mit 93 Prozent noch halbwegs in die Nähe. Im Mittel machten die 50 größten Softwarefirmen zwölf Prozent von ihrem Umsatz mit „Cloud“.

PwC Global 100 Software Leaders: 2014 Revenues

Ein allgemeineres Zahlenspiel zeigt weiter, dass die zehn größten Softwarefirmen zusammen 45 Prozent der gesamten Erlöse erzielen – die Software-Einnahmen von Microsoft, Oracle, IBM, SAP, Symantec, EMC, VMware, HP, Salesforce und Intuit summieren sich auf 171,7 Milliarden Dollar; das Gesamtvolumen des weltweiten Softwaremarkts taxiert PwC auf 385,3 Milliarden USD. Und: Alle Softwareriesen mit Ausnahme von SAP sitzen in den USA. Die vollständige Studie kann man bei PwC als PDF herunterladen.

Auch in Europa dominieren die US-Riesen

In puncto US-Dominanz lohnt sich heute auch ein Blick in die Online-Ausgabe des „Wall Street Journal“. Dort kann man nachlesen, dass der Markt für Public-Cloud-Infrastruktur in Europa vor allem von vier Unternehmen aus den USA dominiert wird – Amazon, Microsoft (dieses Duo führt auch den aktuellen Magischen Quadranten von Gartner zu Cloud-IaaS an), Google und IBM. Sie kamen 2015 laut Zählung der Marktforscher von IDC zusammen auf 40 Prozent Market Share und haben ihre Umsätze in der Region binnen drei Jahren nahezu verdreifacht. Europäische Anbieter legten im gleichen Zeitraum „nur“ um 86 Prozent zu.

Die Cloud-Riesen aus den Vereinigten Staaten haben mithin weniger stark unter den Enthüllungen von Edward Snowden gelitten als viele Beobachter erwartet hatten. Die europäischen Marktbegleiter haben es im Gegenzug nicht verstanden, aus dem zwischenzeitlichen Vertrauensverlust nachhaltig Kapital zu schlagen.

Ihre Bemühungen haben die US-Konzerne wiederum mit deutlich höheren Investitionen in unter anderem neue Rechenzentren auf dem Alten Kontinent gekontert – und ernten nun die Früchte ihrer überlegenen Skalierbarkeit. „Es läuft letztlich auf die Größe, Wirtschaftlichkeit und Automatisierung dieser großen Player hinaus“, sagt Jack Sepple, Senior Managing Director of Cloud Computing bei der Beratungsfirma Accenture. „Lokale Anbieter können da nur schwer mithalten.“

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