Nein, Fax ist auch 2020 nicht von gestern

Nein, Fax ist auch 2020 nicht von gestern

Immer wieder begegnen mir Menschen, Meinungen und Medienberichte, die Fax als eine veraltete Technik darstellen, die die Digitalisierung ausbremst. Das Gegenteil ist der Fall.

Zum Beispiel schreibt die „Bild“-Zeitung dieser Tage unter Berufung auf eine Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Andrew Ullmann mit ziemlich süffisantem Unterton:

„Unsere Politiker machen Faxen! Von wegen Digitalisierung: Die Bundesregierung hat immer noch über 900 Faxgeräte in Betrieb!“

Immerhin liefert Springers Boulevard-Blatt selbst die Antwort auf die Frage „Wozu die alte Technik?“ (warum eigentlich alt und nicht „bewährt“, frage ich?) „Vor allem, um geheime Verschlusssachen zu versenden, so das Innenministerium.“ Das BMI mit seinen nachgelagerten Diensten würde übrigens wissen, wenn es hier echte Alternativen gäbe, das darf man getrost annehmen. Die „Spitzen-Faxer“ sind dem Bericht zufolge übrigens Auswärtiges Amt (200 Geräte), Finanzministerium (130) und Arbeitsministerium (135).

Dass viele jungen Menschen in ihrem Leben noch nie ein Fax verschickt haben, wie FDP-Mann Ullmann plakativ zitiert wird, ist nur auf den ersten Blick ein Argument: viele junge Menschen kaufen auch keine CDs mehr, haben kein Auto oder essen kein Fleisch. Zurück zum Fax: Entscheidend ist, dass jede Information ankommt. Zur richtigen Zeit. Am richtigen Ort. Und im richtigen Format. Und das kann sehr wohl auch per Fax sein – beim Empfänger muss sich deswegen schon lange kein Thermopapier mehr einrollen, dank Techniken wie Fax2Mail kann auch einfach ein PDF im Outlook-Posteingang landen.

Grafik: Bitkom

Der Bitkom, Lobbyverband der deutschen Digitalwirtschaft, hat gerade seinen neuen Digital Office Index 2020 veröffentlicht. Auf Seite 41 ist darin zu lesen, dass immer noch die Hälfte (49 Prozent) der Unternehmen in Deutschland Fax sehr häufig oder häufig für die interne und externe Kommunikation nutzt. Fax liegt damit hauchdünn hinter Messenger-Diensten und deutlich vor Kollaborationstools, Klassischen Kurznachrichtendiensten (= SMS), Sozialen Netzwerken, Textchats oder Weblogs/ Mikroblogging-Diensten.

Fax im Jahr 2020 muss wie bereits erwähnt schon lange kein Faxgerät oder Fax-Server im Firmenkeller mehr sein, sondern kann auch als moderner Cloud Service daherkommen. Integriert in ihren Multifunktionsdrucker, der dann keine Faxkarte und analoge Telefonleitung mehr benötigt (und damit viel ortsunabhängiger wird). All-IP-tauglich und mit Mehrwertdiensten wie Capture oder Routing via Barcode. Und und und.

Lassen wir einfach noch mal unseren Gründer und Geschäftsführer Martin Hager zu Wort kommen. Der bringt Cloud Fax hier einfach gut auf den Punkt:

Ach, und in der Bitkom-Kanalliste hat E-Mail (so wie Festnetz-Telefonie) die vollen 100 Prozent. Hat Retarus da auch etwas für Sie? Aber sicher.

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