Alles IP?

Mit meiner Schwiegermutter verstehe ich mich, entgegen mancher Klischees, eigentlich ausgesprochen gut. Normalerweise auch am Telefon. Als sie aber neulich angerufen hat, hatte ich erst Mühe, ihr zu folgen, bis ich dann gar nichts mehr mitbekommen habe. Das lag aber nicht an ihren Ausführungen, sondern an der Telefonverbindung. Schnell war klar, unser Anschluss konnte nicht die Ursache sein: analoge Leitung, kabelgebundenes Telefon, noch mit Wählscheibe, seit Jahrzehnten erprobt.

Ursache All-IP-Umstellung

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All-IP: Beim Telefonieren kann man privat aufs Handy ausweichen. Für die Fax-Kommunikation brauchen Unternehmen professionelle Lösungen wie z. B. Cloud Fax Services.

Wir legten also beide auf und ich rief zurück. Nun war die Verbindung besser, aber auch nicht, wie gewohnt. Schnell fand ich heraus, dass der Anschluss meiner Schwiegereltern zu denen gehört, die die Telekom seit kurzem auf All-IP umgestellt hat. Mit Problemen dabei sind die Eltern meiner Frau offenbar nicht alleine. Manche Haushalte konnten zwischenzeitlich gar nicht telefonieren, andere können wenigstens acht Minuten am Stück fernsprechen und die Problemlösung erfordert mitunter mehrere Einsätze von Telekom-Technikern und monatelange Geduld. Auch Einzelhändler wie eine Münchner Buchhandlung klagten schon über die Umstellung auf die digitale Vermittlungstechnik. Hier war nicht nur der Telefonanschluss betroffen, auch die Zahlung per Kreditkarte funktionierte nicht mehr und Bestellungen konnten nicht per Fax aufgegeben werden.

Unvorhersehbare Paketverluste

Beim morgendlichen Kaffee in unserem Bistro erzählte ich meinem Kollegen Bernhard Hecker vom gestörten Gespräch mit meiner Schwiegermutter. Nach den üblichen klischeebehafteten Witzchen hat er mir wie erwartet, Bernhard ist Director Product Management bei Retarus, die technischen Zusammenhänge erklärt: „Die Datenübertragung in IP-basierenden Netzen erfolgt technisch gesehen immer in einzelnen Paketen. Dabei kann es jederzeit zu unvorhersehbaren Paketverlusten kommen.“ Bei Telefongesprächen habe das meistens keine Auswirkungen. Denn das menschliche Gehirn gleicht bis zu fünf Prozent dieses Informationsverlustes problemlos aus. Anders sieht es dagegen bei der Fax-Übertragung aus. „Fax-Geräte reagieren auf solche Störungen äußert empfindlich“, so Bernhard. Es muss also nicht gleich die gesamte Umstellung von Anschlüssen schiefgehen, um die geschäftsrelevanten Kommunikation erheblich zu beeinträchtigen.

Erhebliche Störung von Geschäftsprozessen

Man kann sich leicht ausrechnen, welche Auswirkungen All-IP-bedingte Paketverluste auf die geschäftsrelevante Kommunikation von Unternehmen haben, die nicht nur Einzelfaxe versenden, sondern zum Beispiel Rechnungsläufe mit Lastspitzen aus ihrem Warenwirtschaftssystem anstoßen. Klar, antwortete ich: „Wir haben Kunden, die mehrere Zehntausend Fax-Seiten monatlich versenden. Da verursachen die Faxe nicht zu unterschätzende Kosten und Aufwand, die aufgrund von fünf Prozent Paketverlust, die der Mensch beim Telefonieren noch ausgleichen kann, nicht zugestellt werden können.

Alternative: Fax-Services aus der Cloud

Die Lösung für das Problem weiß Bernhard natürlich auch: „Fax-Services aus der Cloud bieten maximale Ausfall- und Transaktionssicherheit.“ Mit entsprechenden Services können also Unternehmen, die von der Netzumstellung betroffen sind oder ihre Telefonie auf VoIP migrieren, weiterhin maximale Zustellraten für ihre Fax-Sendungen sicherstellen. Es gibt aber noch weitere Vorteile. „Durch den Einsatz von Services wie Retarus Faxolution for Applications lässt sich auch die Komplexität der gesamten Fax-Kommunikation im Unternehmen drastisch reduzieren“, führte Bernhard weiter aus und nippte an seiner Kaffeetasse. „Bestehende Telekommunikationslösungen bleiben davon unangetastet: Cloud Fax Services lassen sich als Teil einer Unified-Communications-Lösung und unabhängig vom jeweiligen VoIP-Anbieter nutzen.“

Am Abend rief ich meine Schwiegermutter an und gab mein von Bernhard neu aufgefrischtes Wissen weiter. Nachdem ihr All-IP-Anschluss offenbar noch mit mehr als fünf Prozent Paketverlust behaftet war, sicherheitshalber auf dem Handy. Sie hat es verstanden und ist sehr froh, dass ihr Gehirn in manchen Dingen besser funktioniert als moderne Technik.

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