Es ist 2016 und die Chatbots verstehen uns immer noch nicht

Seit gefühlt mindestens anderthalb Jahren predigt uns Silicon Valley, dass Messaging die Nutzung mobiler Geräte revolutionieren und das Post-App-Zeitalter einläuten wird.

Trotz vollmundiger Ankündigungen von unter anderem Facebook, Google und Microsoft, etlicher neuer Tools und Apps und ganz vieler neuer „Bots“ ist aber nicht wirklich etwas passiert. Verbraucher kommunizieren mit Unternehmen immer noch häufiger über klassische SMS-Nachrichten (76 Prozent) als über Messaging-Apps wie Facebook Messenger oder Skype (65 Prozent). Die angekündigte „tektonische“ Verschiebung der Nutzungsgewohnheiten ist weit und breit nicht in Sicht.

Als Vorbild für die erwartete Messaging-Umwälzung wurde oftmals die chinesische App WeChat hingestellt, über die die Menschen im „Reich der Mitte“ unter anderem Nachrichten lesen, Videos schauen, Taxis rufen, Essen bestellen oder Kinokarten kaufen. Dabei wurde allerdings gern mal übersehen, dass WeChat in einer ganz anderen digitalen Umgebung groß geworden ist als in den USA oder Westeuropa, wo die Menschen all das längst über dedizierte Apps auf ihren Smartphones erledigen.

„In China gibt es keinen Google Play Store, es gibt einen Haufen konkurrierender App Stores“, zitiert „WIRED“ den Tencent-Manager Lukens Orthwein. „So konnte WeChat eine vertrauenswürdigere Marke als jeder App Store werden.“ Außerdem habe Silicon Valley WeChat als allumfassend missverstanden. Auch wenn man über die App Flugtickets oder Taxis bestellen könne, seien das nie die Killer-Apps gewesen. „Das war eigentlich alles Content-verwandtes Zeug“, so Orthwein weiter. Anders gesagt: Bei WeChat ging es mehr darum, Informationen zu konsumieren als darum, Aufgaben zu erledigen.

Das größte Potenzial für ein westliches WeChat-Pendant billigt „WIRED“-Autor Cade Metz aktuell der mittlerweile Facebook-Tochter WhatsApp zu. Deren Messenger nutzen mehr als eine Milliarden Menschen rund um den Globus, und vielerorts ist WhatsApp sogar das wichtigste Kommunikationsmittel. Allerdings hat WhatsApp auch elf Monate nach der ersten Ankündigung in diese Richtung noch immer keine Werkzeuge bereitgestellt, mit der Unternehmen auf seinen Service aufsetzen könnten.

Derweil versuchen Facebook und Microsoft das Konzept von „Chatbots“ zu popularisieren, das sind kleine Programme, über die man in normaler Sprache mit Unternehmen interagieren kann. Allerdings können diese Bots trotz üppiger „Deep-Learning“-Ressourcen bislang natürliche Sprache weder vernünftig verstehen noch in selbiger vernünftig antworten. Die besten Chatbots sind dieser Tage daher bewusst einfach gestrickt. Man probiert sie zum Spaß mal aus, bleibt ihnen aber nicht treu. Mehr haben die intelligentesten Technologiekonzerne noch nicht hinbekommen in ihrem Bestreben, Messaging zum „Next Big Thing“ zu machen. Man kann erahnen, wie toll das eines Tages sein mag. Aber dieser Tag ist noch fern.

Es sieht also ganz danach aus, dass die gute alte SMS uns noch eine ganze Weile gute Dienste leisten wird. Zumal sie auch auf Mobiltelefonen funktioniert, die nicht smart sind, und an Orten, wo es keine (brauchbare) Datenverbindung gibt. Mit Retarus Cloud SMS Services senden Sie zuverlässig und schnell Kurzmitteilungen an Empfänger auf der ganzen Welt. Direkt aus Ihrem E-Mail-Client, aus dem Webbrowser oder automatisiert aus beliebigen Business-Applikationen. Über das Global Delivery Network von Retarus mit seinem Netzwerk aus Aggregatoren erreichen Sie 99 Prozent der Mobilfunknetze auf allen Kontinenten. Mehr zu den Cloud SMS Services von Retarus erfahren Sie hier oder direkt bei Ihrem Retarus Ansprechpartner vor Ort.

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