Katastrophe bei Katastrophenschutzübung


In Thüringen wurde am vergangenen Wochenende die Rettung von Passagieren aus einem brennenden ICE in einem Tunnel geübt. Dabei ging fast alles schief, was schiefgehen konnte. Und es folgte das mittlerweile reflexhafte mediale Fax-Bashing – dabei lagen die Probleme offensichtlich anderswo.

Bei den Prozessen nämlich (und nicht beim Kommunikationskanal). „Die Übung hat Schwachstellen in der Melde- und Alarmierungskette offengelegt, die wir sehr ernst nehmen“, zitiert die dpa den thüringischen Innenminister Georg Maier (SPD). So etwas wie am Samstag dürfe es nicht noch einmal geben. Medienberichten zufolge waren die ersten Rettungstrupps erst mehr als zwei Stunden nach Absetzen der Feuermeldung vor Ort eingetroffen.

Daran kann aber wohl kaum der von Landrätin Petra Enders kritisierte Einsatz von Fax in Thüringer Leitstellen schuld gewesen sein, denn Fax als Übertragungsweg unterscheidet sich bei der Zustellzeit kaum von anderen Medien wie E-Mail – bietet dafür aber protokollbedingt Vorteile wie zum Beispiel die Zustellbestätigung. Und für Rettungskräfte kann eine mit einem Blick erfassbare Auflistung aller wichtigen Details zu einem Einsatz auf einer A4-Seite sehr viel hilfreicher sein als mühsames Scrollen auf einem Smartphone-Bildschirm. Wichtig ist, dass der Kommunikationskanal zum Prozess und zu den an diesem Prozess beteiligten Menschen passen muss.

Frau Enders, Herr Maier oder wer auch immer sonst in Thüringen für die Modernisierung von Fax-Altlasten zuständig ist, darf also sich gern vertrauensvoll an uns wenden. Der Support für unsere Services säße im Übrigen sogar vor Ort in Erfurt.


Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert