EDI-Integration in der Automobilbranche: JIT und Lean Production

EDI-Integration in der Automobilbranche: JIT und Lean Production

Disruptive Kräfte wirken sich auf alle Bereiche der Automobilindustrie aus. Während Konzepte für das autonome Fahren entwickelt und verprobt werden, erweitern die Automobilhersteller den Fokus auf vernetzte Fahrzeuge und digitale Dienste. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sie dennoch grundlegend eine optimierte Produktion sicherstellen. Diese Faktoren werden in der Deloitte-Studie „The Future of the Automotive Value Chain: 2025 and beyond“ untersucht.

Dabei spielt die reibungslose Zusammenarbeit zwischen OEM und den Zulieferern in der gesamten Supply Chain eine Schlüsselrolle, um eine effiziente und schlanke Produktion in den Fertigungsstraßen zu gewährleisten. Im Rahmen der Prozesse Just-in-Time (JIT) und Just-in-Sequence (JIS) müssen entlang der Produktionskette eine Vielzahl von Einzelteilen richtig montiert werden, die alle daher zur richtigen Zeit und am richtigen Ort pünktlich geliefert werden müssen. Eine Lagerhaltung im klassischen Sinne sollte hierbei weitestgehend vermieden werden, um Kosten, Kapitalbindung und Lagerrisiko zu eliminieren.

EDI-Integration unterstützt Lean Production

Diese mehrfach optimierten Produktionsprozesse (Lean Production) sind äußerst komplex und werden in der Automobilindustrie mit der EDI-Integration unterstützt bzw. werden erst dadurch ermöglicht. EDI ist ein leistungsfähiges und robustes Datenaustauschverfahren, das sich seit Jahrzehnten täglich bewährt hat. Es ist ein Must-have in der Automobilindustrie. Dabei können Zulieferer mit einer professionellen EDI-Anbindung enorm profitieren.

Die Automobilbranche nutzt die handfesten Vorteile der EDI-Integration in großem Umfang. Es existieren noch viele zusätzliche Möglichkeiten für den automatisierten Dokumentenaustausch, wie die Verwendung von Standards zwischen Tier-1- und Tier-2-Zulieferer oder die Implementierung von Nachrichtentypen, die eine weitgehende Automatisierung des Verpackungsmanagements ermöglichen.

EDI-basierte Prozesse in der Automobilindustrie

Die EDI-Integration ermöglicht den standardisierten Austausch von digitalen Dokumenten innerhalb der Prozesse entlang der Supply Chain, wie zum Beispiel Lieferavisen. Außerdem ermöglicht sie vor allem auch den zuverlässigen Austausch von Daten, welche die logistischen Prozesse begleiten. Hierfür sind unterschiedliche EDI-Standards speziell für die Automobilindustrie international etabliert.

Die gängigen EDI-Standards für den Datenaustausch in der Automobilindustrie sind:

  • EDIFACT (internationaler Standard, wird in Europa häufig verwendet)
  • ANSI X.12 (branchenübergreifender Standard in Nordamerika)
  • ODETTE (Standard der europäischen Automobilindustrie)
  • VDA (Standard des Verbandes der deutschen Automobilbranche)
  • Galia (Standard der Automobilbranche in Frankreich, ähnlich dem Odette Standard)

Obwohl unterschiedliche Standards verwendet werden, bleiben die grundlegenden Prozesse dabei sehr ähnlich: Über einen Lieferabruf werden Fahrzeugkomponenten durch ein OEM von seinem Zulieferer abgerufen. Der Zulieferer stellt gemäß den vorgegebenen Aufträgen Komponenten und Teile zusammen. Parallel dazu wird die Lieferavis versendet. Es erfolgt dann die Anlieferung der Waren zur Produktionsstätte des OEM. Ein Transportetikett (label) auf der Versandeinheit mit den Waren sorgt dafür, dass diese vom Empfänger direkt am Wareneingang gescannt werden können. Dies ermöglicht eine exakte Identifizierung der Lieferung und eine schnelle Zuteilung der Waren zur jeweiligen Produktionsstätte.

Die am häufigsten verwendeten Nachrichten-Typen sind:

  • DELFOR (Liefervorschau) Diese Übersicht vermittelt den Lieferanten eine Prognose über den längerfristigen Materialbedarf (z. B. Jahresplanung). Die Lieferanten können ihre eigene Produktion und Materialbeschaffung entsprechend planen.
  • DELJIT (Just-in-time-Versandabruf) Ergänzend zur Liefervorschau werden konkrete, kurzfristige Versandabrufe übermittelt. Dies erfolgt regelmäßig und sorgt für die Feinsteuerung der Lieferungen, damit der Produktionsvorgang auf keinen Fall unterbrochen wird.
  • DESADV (Lieferavise) Diesewird vom Zulieferer an den Kunden gesendet mit Informationen über die anstehende Lieferung (Advanced Shipping Notice).
  • RECADV (Empfangsbestätigung) Nachricht an den Lieferanten zur Bestätigung des Empfangs der Ware am Wareneingang
  • INVOIC (Rechnung) Der Lieferant initiiert mit dieser Nachricht den Rechnungsprozess gegenüber den Kunden

Umfassende Vorteile für die Automobilbranche

Eine EDI-Integration bietet eine schnelle und effiziente Möglichkeit, Geschäftsdokumente zu übertragen, um JIT/JIS- und Lean-Herstellungsprozesse der Automobilindustrie zu unterstützen. Die Transparenz über die Bestände und die zuverlässige Benachrichtigung, wann Lieferungen an der Produktionslinie ankommen, sind entscheidend für den Erfolg. Mit EDI werden die benötigten Daten standardisiert und automatisiert an die Geschäftspartner übermittelt. Außerdem werden durch den Einsatz von EDI das Monitoring der versendeten Einheiten innerhalb der Produktionskette transparent ermöglicht. Dabei sind alle übermittelten, digitalen Dokumente stets nachverfolgbar, u. a. mit Zeitstempel.

Den größten Nutzen kann ein Unternehmen aus der EDI-Integration schöpfen, wenn es in beiden Richtungen, also sowohl zu seinen Kunden als auch zu seinen Lieferanten den elektronischen Datenaustausch per EDI etabliert. Dies setzt natürlich voraus, dass die Geschäftspartner ebenfalls EDI im Scope haben, technisch und organisatorisch.

Warum Sie zu den Managed EDI Services von Retarus wechseln sollten

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